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KLIMASCHUTZPAKET
AUS FÜR DIE ÖLHEIZUNG? 

Kommt nach den im September beschlossenen Punkten für das Klimaschutzprogramm  jetzt ein Ölheizungsverbot?  Viele Verbraucher sind verunsichert und fragen sich, ob sie sich über kurz oder lang, also bis spätestens 2026,  vom Heizen mit Öl verabschieden müssen. Und ja, das scheint, zumindest mittelfristig, beschlossen zu sein. Das Ziel ist klar – Öl als Energieträger soll aus deutschen Häusern verbannt werden. Es gibt aber jede Menge Förderungen unter anderem auch für den Einbau einer effizienteren Heizung.

Die Hintergründe: Heizung & Klimaschutz

Es geht um den Energiewandel und besonders die Heizung hat einen großen Einfluss auf die Energieeffizienz. Rund 35 Prozent des gesamten Energieverbrauchs in Deutschland gehen auf das Konto der Beheizung und Warmwasserbereitung für Gebäude. Das verursacht rund 30 Prozent des CO2-Ausstoßes in Deutschland. Eine effiziente Heizung  spielt daher eine nicht unerhebliche Rolle, wenn es darum geht, umweltschädliche Emissionen , aber auch die ganz persönlichen Energiekosten, zu reduzieren.

Contracting - alternative Energiebewirtschaftung

Im Zuge der Klimaschutzpolitik spielen Energieeinsparung und Senkung der CO2-Emissionen eine wichtige Rolle. Ein großes Sparpotenzial bieten die eigenen vier Wände, denn die privaten Haushalte verursachen 20 Prozent des bundesweiten CO2-Ausstoßes. So wundert es nicht, dass die Anforderungen an die energetische Gebäudesanierung und die Nachrüstung von Heizungsanlagen ständig steigen. Für so manch einen Haus- oder Wohneigentümer, die eine aufwendige Sanierung scheuen, kann das Energiecontracting eine sinnvolle Alternative sein.

Wie funktioniert Energiecontracting?

Der Haus- oder Wohneigentümer überträgt die Aufgaben der Energieversorgung an einen speziellen  Dienstleister. Es gibt verschiedene Arten, nämlich das Betriebsführungs- und das Energieliefer-Contracting. Bei Ersterem investiert der Eigenheimbesitzer selbst in eine wärmeerzeugende Anlage, ist also auch Eigentümer. Bei Letzterem übernimmt das Dienstleistungsunternehmen die Versorgung des Kunden während der vereinbarten Vertragslaufzeit in alleiniger Verantwortung. Der Contractor ist wirtschaftlicher "Eigentümer" der Anlage.

Heizung mieten, statt kaufen

In vielen deutschen Heizungskeller laufen auch heute noch völlig veraltete Heizkessel. Dass sich durch den Einbau einer neuen Heizung viel Geld sparen lässt, ist zwar vielen Verbrauchern bewusst. Die zum Teil sehr hohen Investitionskosten scheuen diese jedoch. Doch es gibt eine Alternative, die ein nicht allzu großes Loch in der Geldbörse verursacht. Hausbesitzer können nämlich eine Heizung auch mieten. Der Vorgang nennt sich auch Contracting.

Der Kunde zahlt eine monatliche Miete und hat weder mit dem Einbau noch mit der Wartung der neuen Anlage etwas zu tun. Ist die Heizung älter als 20 Jahre bereits unzuverlässiger geworden, dann wird es höchste Zeit für eine neue effizientere, die umweltfreundlicher und zudem energiesparender ist.

Werden Ölheizungen ab 2026 verboten?

Verboten ist das falsche Wort, aber ab 2026 dürfen Ölheizungen möglicherweise nur noch im Rahmen von Hybridlösungen eingebaut werden. Kunden können die neue Öl-Brennwert-Therme also gegebenenfalls mit erneuerbaren Energien wie einer Solarthermieanlage oder einer Wärmepumpe kombinieren.

Was ist mit Förderungen?

Eine neue Heizung gehört kann man nicht so eben aus der Portokasse finanzieren. Da kommen schon mal einige Tausende an Euro zusammen. Das Gute: In den meisten Fällen müssen Verbraucher die Kosten für eine neue Heizung nicht alleine wuppen. Denn es gibt staatliche Förderung von Bund, Ländern sowie Kommunen. Auch für das Optimieren der Heizung.

Der Einbau einer neuen Gasheizung mit Brennwerttechnik in Kombination mit einer Solarthermie-Anlage wird vom Staat durch KfW und BAFA großzügig gefördert. Für eine neue Gasheizung  gewährt die kfw Förderung im Programm 152 günstige Kredite sowie im sowie im kfw Programm 430 attraktive Fördergelder.

TOP-THEMA SMART METER!
WIR KLÄREN AUF: 

Im September 2016 wurde das Gesetz zur Digitalisierung der Energiewende (GDEW)verabschiedet. Grund ist der steigende Anteil Erneuerbarer Energien im Energiesystem. Das Stromnetz steht hier vor ganz neuen Herausforderungen. Da die Energiegewinnung aus Windkraft- und Photovoltaikanlagen wetterabhängig erfolgt, ist die Menge der Stromgewinnung nicht immer konstant -im Gegensatz zu Kohle- und Atomkraftwerken. Damit der Strom dort auch ankommt, wo er benötigt wird, ist eine sichere und zuverlässige Kommunikation zwischen Energieverbrauchern und -erzeugern zwingend erforderlich. Die Messtechnik von Zählern wird also modernisiert.  

WARUM ÜBERHAUPT NEUE GERÄTE?

Die Bundesregierung hält eine Vielzahl von kommunikationsfähigen Stromzählern für notwendig, um die Energiewende ab etwa 2030 weiter voranzutreiben. Ein sogenannter Smart Metersoll dies in Zukunft möglich machen und damit die Digitalisierung der Energiewende unterstützen. Bis 2032 sollen alle Haushalte in Deutschland entweder über eine moderne oder eine intelligente Messeinrichtung verfügen.  Aber eines sei gesagt: Die Anschaffung  ist eine von der Bundesregierung verpflichtende Maßnahme, die unabhängig vom Energieversorger durchgeführt wird.

WER IST ZUSTÄNDIG?

In der Regel ist der lokale Netzbetreiber, von welchem die Kunden bislang jährlich die Ablesekarte erhalten auch der grundzuständige Messstellenbetreiber.  

WO LIEGEN DIE UNTERSCHIEDE?

⃝ Bei den modernen Messeinrichtungen:Dieser Gerätetyp ersetzt eins-zu-eins die alten Zähler, kann aber keine Daten versenden, ist also nicht internetfähig. Es handelt sich hier lediglich um elektronische Stromzähler mit einem digitalen Display, das den tatsächlichen Energieverbrauch in verschiedenen Zeitfenstern auf dem Display darstellen kann.

⃝ Die intelligenten Messsysteme: Hierbei handelt es sich um ein Messsystem, das aus zwei Geräten besteht. Nämlich aus der oben genannten modernen Messeinrichtung, die die Messdaten bereitstellt, und aus einem Smart Meter Gateway, das als Kommunikationsgerät dient und die Daten nach vorgegebenen Regeln versendet. Intelligente Messsysteme sind bindend unter anderem für private Verbraucher von über 6 000 Kilowattstunden pro Jahr oder auch Einspeiser mit mehr als sieben Kilowatt Anlagenleistung. Doch in den meisten Fällen liegt der Verbrauch deutlich darunter.

WIE HOCH SIND DIE KOSTEN?

Eine moderne Messeinrichtung kostet den Verbraucher maximal 20 Euro im Jahr. Dies schreibt das Messstellenbetriebsgesetz vor. Welche Kosten für intelligente Messsysteme entstehen dürfen, ist ebenfalls definiert.  Private Kunden zahlen in den meisten Fällen etwa 100 Euro. Die jährlichen Entgelte beinhalten die Kosten des Geräts selbst, seinen Einbau, seine Wartung und seinen Betrieb.Doch sollten die Verbraucher sich bereits im Vorfeld gut informieren. Da manch ein Anbieter die Rechnung für die Umsetzung der Messeinrichtungen separat über den Betreiber verschickt, tauchen die Zahlen dann nicht in der Kalkulation des Energiepreises auf, beispielsweise beim Tarifvergleich auf.

VORTEILE VON SMART METER:

Die intelligenten Stromzähler sollen nach Auffassung der Bundesregierung den Verbrauchern helfen, Energie zu sparen. Mit Hilfe der gewonnenen Daten sollen Kunden unter anderem eine bessere Kostenkontrolle über ihren
Energieverbrauch bekommen. Sie können zudem von zeitvariablen Stromtarifen profitieren. Auch Stromfresser werden dadurch ausfindig gemacht und so Nachzahlungen vermieden. Ein weiterer Vorteil, man kann den Zählerstand aus
der Ferne ablesen lassen. Vor allem aber sollen Smart Meter helfen, den Verbrauch flexibel miteinander zu verknüpfen. Auch Gewerbetreibende profitieren von der neuen Technik.  Sie schafft  die perfekte Basis  für eine innovative
Energieversorgung.  Die Messdaten können von verschiedenen Stellen wie Abteilungen oder Standorte und Verbrauchsbereichen aus gebündelt sichtbar gemacht werden und somit helfen  Energie zu sparen

NACHTEILE DER NEUEN MESSEINHEITEN

Auf die meisten Verbraucher kommen höhere Kosten für den Betrieb des Zählers zu. Es können bis zu 100 Euro pro Jahr sein. Von den teureren intelligenten Messsystemen erhielt das erste im Dezember 2018 seine Zulassung und das zweite erst Ende September 2019. So lange aber nicht drei Geräte verschiedener Hersteller zertifiziert sind, dürfen die Geräte auch nicht verbaut werden. Bis drei intelligente Messsysteme am Markt verfügbar sind, können Kunden sich auch noch einen modernen Zähler einbauen lassen. Dieser hat bis zu acht Jahre Bestandsschutz.

Verbraucherschützer kritisieren die Einbaupflicht wegen absehbarer Mehrkosten. Der Staat verweist darauf, dass die Energiewende mittelfristig einer modernen Infrastruktur bedürfe. Außerdem sehen sie das größere Risiko für Hackerangriffe und Manipulation.

Klar ist:  Die Umsetzung des Messstellenbetriebsgesetzes ist ein Mammutprojekt. Mehr als 40 Millionen Haushalte, Millionen Unternehmen und Betreiber von kleinen Stromerzeugungsanlagen bekommen in den kommenden 13 Jahren neue Stromzähler eingebaut.

WIE STEHT ES UM DIE SICHERHEIT?

Wenn so eine Vielzahl an Daten hin und her gesendet werden, kommt für den Verbraucher schnell die Frage nach der Sicherheit. In Deutschland steht Sicherheit an erster Stelle. So darf hierzulande kein Gerät verbaut werden, das nicht durch das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik geprüft und freigegeben wurde. Das Sicherheitsmodul im Smart-Meter-Gateway erfüllt höchsten Standard mit ziemlich strengen Regeln. In ganz Europa steht Deutschland in punkto Datenschutz und Sicherheit auf Platz eins und gilt als Vorreiter. Die individuellen Messwerte, die das Gerät versendet, gehen anonym und ausschließlich an die Empfänger, die gesetzlich dazu berechtigt sind. Und ganz klar definiert ist: Die Daten dürfen nur zum Zwecke der Energieversorgung verwendet werden.
Datenschutz und -sicherheit ist also in hohem Maße gewährleistet.

BEKOMMT MAN DEN SMART METER AUCH, OBWOHL KEINE EINBAUPFLICHT BESTEHT?

Auch, wer einen Jahresverbrauch unter 6.000 Kilowatt pro Stunde verbraucht, kann sich einen intelligenten Stromzähler einbauen lassen, obwohl kein gesetzlicher Anspruch besteht. Voraussetzung ist allerdings, dass der zuständige Messstellenbetreiber dem zustimmt.

KANN MAN DEN SMART METER AUCH KAUFEN?

Das geht laut Gesetz nicht, denn es fällt in den Zuständigkeitsbereich des Messstellenbetreibers, Messtechnik zu installieren und zu betreiben. Die Geräte bleiben, so wie bisher die analogen Stromzähler auch, Eigentum des Messstellenbetreibers. Der Grund liegt in der Sicherheit. Denn nur dadurch ist gewährleistet, dass die Geräte gewartet werden und immer auf dem neuesten Stand sind. 

WIE IST DAS PROZEDERE FÜR DEN EINBAU?

Mindestens drei Monate vor dem Einbau erhalten Sie Post von Ihrem Messstellenbetreiber, dass Ihr analoger Stromzähler durch einen digitalen Zähler oder durch ein Smart Meter ersetzt wird.
Mindestens zwei Wochen vor dem Einbautermin erhalten Sie ein zweites Schreiben mit dem genauen Termin.
Zum vereinbarten Termin kommt ein Monteur zu Ihnen und baut den digitalen Stromzähler oder das Smart Meter ein. Sie erhalten eine Kurzeinweisung und ausführliches Infomaterial.

KANN MAN SICH WEIGERN?

Genau wie bei den analogen Zählern sind Eigentümer oder Mieter gesetzlich verpflichtet, dem Einbau von digitalen Stromzählern beziehungsweise Smart Metern zuzustimmen.

WO GIBT ES WEITERE INFOS?

Interessierte finden im Internet unter www.bmwi.de/smartmeter-faqreichlich Informationen zum Thema Smart Meter & Co.

ONLINE-PREISVERGLEICH
DAS SOLLTEN WECHSELWILLIGE KUNDEN  BEACHTEN 

Dass es sich lohnt, die Leistungen von Stromanbietern zu vergleichen, ist den meisten Verbrauchern inzwischen bekannt. Doch sollte man sich nicht blenden lassen, denn gerade auf den Online-Portalen im Internet sind die günstigsten am Ende doch keine so gute Wahl. Der Verbraucher wird oftmals mit Lockangeboten getäuscht. Es gibt jede Menge Fallen. Auch sind nur rund die Hälfte der im Markt befindlichen Anbieter dort  überhaupt gelistet. Grund dafür sind hohe Gebühren und nicht akzeptable Rahmen-bedingungen. Vergleiche können so also schwer vorgenommen werden. Doch das vorweg: Die große Mehrzahl der Stromanbieter in Deutschland agiert seriös. Es gibt aber dennoch viele schwarze Schafe.

Vorsicht Falle

Fallstrick Nr. 1: In den meisten Fällen werden die erstplatzierten Stromanbieter angeklickt. Wer sich hier blenden lässt, zahlt am Ende drauf. Denn nicht selten werden fragwürdige Geschäftspraktiken mit allerlei attraktiven Lockpreisen und hohen Boniversprechen an den Tag gelegt. So gibt es einige Versorger, die etwa den Preis im ersten Vertragsjahr durch einen sehr hohen Neukundenbonus noch stärker absenken als andere Mitbewerber. Außerdem ist der Kundenservice meistens sehr mangelhaft. Die Verträge werden mit langer Laufzeit abgeschlossen, und da herauszukommen gestaltet sich als schwierig, denn die Kündigungsklauseln sind ausgefeilt. Beschwerden von Kunden sind hier ein guter Indikator für schwarze Schafe und man sollte diese für einen sicheren Stromvergleich stets berücksichtigen.

Fallstrick Nr. 2:Fast alle Vergleichsportale bieten beim Stromvergleich inzwischen Kundenbewertungen zu jedem Anbieter. Das ist im Grunde eine gute Sache, die jedoch nicht selten einen entscheidenden Haken hat. Die Verbraucher werden in aller Regel am Anfang der Vertragsbeziehung zu den Leistungen abgefragt. Im Klartext: Es ist unmöglich zu diesem Zeitpunkt zu beurteilen, ob er bei dem jeweiligen Anbieter gut aufgehoben ist, da die Probleme zumeist erst gegen Ende des ersten Vertragsjahres beginnen.  Eine Vielzahl an Billigstromanbieter legt reichlich Kreativität an den Tag, um sich den investierten Bonus – mitunter doppelt und dreifach – zurück zu holen. Das gleiche Problem besteht übrigens genauso beim Gasvergleich.

Fast alle Vergleichsportale bieten beim Stromvergleich inzwischen Kundenbewertungen zu jedem Anbieter. Das ist im Grunde eine gute Sache, die jedoch nicht selten einen entscheidenden Haken hat. Die Verbraucher werden in aller Regel am Anfang der Vertragsbeziehung zu den Leistungen abgefragt. Im Klartext: Es ist unmöglich zu diesem Zeitpunkt zu beurteilen, ob er bei dem jeweiligen Anbieter gut aufgehoben ist, da die Probleme zumeist erst gegen Ende des ersten Vertragsjahres beginnen.  Eine Vielzahl an Billigstromanbieter legt reichlich Kreativität an den Tag, um sich den investierten Bonus – mitunter doppelt und dreifach – zurück zu holen. Das gleiche Problem besteht übrigens genauso beim Gasvergleich.

Doch wie geht der Verbraucher auf Nummer sicher?

  • ⃝Damit der reine Strom- oder Gasverbrauch angezeigt wird, sollten Boni und Rabatte  im Filter entfernt werden. Also Häkchen dran.
  • Auch Pakettarife sollten ausgeschlossen werden. Es sei denn, der Verbraucher weiß auf den Punkt,  was er im Endeffekt verbraucht.
  • Preisgarantien von mindestens 12 Monaten nutzen.

Ganz genau im Internet hinschauen, heißt die Devise. Oder sich persönlich beim Anbieter vor Ort informieren und beraten lassen.