Stellungnahme der Stadtwerke zur Schutzchlorung des Trinkwasser

1. Wie und wo haben wir die Verunreinigungen entdeckt?

Die Auffälligkeit wurde bei routinemäßigen Tests in einem Teil des Trinkwassernetzes in Warendorf festgestellt.

2. Wie oft finden routinemäßige Kontrollen statt? Was und wo wird dabei kontrolliert?

Die routinemäßigen Kontrollen finden 1x wöchentlich im Wasserwerk statt. Neben dem Aufbereitungsprozess mit strengen Auflagen werden regelmäßig bakteriologische Untersuchungen in einem Fachlabor durchgeführt. Eine Trinkwasseranalyse ist online auf der Website der Stadtwerke Warendorf zu finden.

3. Was heißt „bakteriologische Auffälligkeit“? Um welche Bakterien handelt es sich? Wie sind diese ins Trinkwasser gelangt?

Es handelt sich um coliforme Umweltkeime, nicht-fäkalen Ursprungs. Diese finden sich in der Natur auf natürliche Art und Weise, z. B. im Boden und an Pflanzen und werden fälschlicherweise schnell mit E-Coli-Bakterien verwechselt. Anders als E-Coli-Bakterien haben coliforme Keime aber nicht etwas mit fäkaler Verunreinigung zu tun, sondern sind lediglich ein Hinweis auf eine allgemeine biologische Verunreinigung und stellen nicht zwingend eine Gesundheitsgefährdung dar. Mit einer vorsorglichen Schutzchlorung des Trinkwassers wird einem potentiellen Risiko entgegengewirkt.

Wie die Bakterien ins Trinkwasser gelangt sind, wird noch untersucht. Mögliche Ursachen können beispielsweise Trinkwasserbrunnen oder Umgebungsluft sein.

4. Wie viel Chlor wird nun zugegeben?

Aktuell werden im Wasserwerk in Warendorf eine sehr geringe Konzentration von 0,1 mg Chlor/Liter Wasser zugegeben, wovon tatsächlich beim Verbraucher noch sehr viel weniger ankommt, da die Chlorkonzentration im Netz sukzessive ausgezehrt wird. Der gesetzliche Grenzwert liegt bei 0,3 Milligramm freies Chlor pro Liter (Trinkwasserverordnung). Durch die Zugabe von 0,1 mg/l wird eine einwandfreie bakteriologische Qualität des Trinkwassers garantiert. Zur Veranschaulichung des Chlorgehalts: 1.000 Liter Wasser (Inhalt von rund zehn Badewannen) beinhalten einen einzigen Tropfen Chlor.

5. Wie lang bleibt das Chlor im Wasser?

Bis wir sicher sein könne, dass sich keine bakteriologischen Auffälligkeiten mehr im Trinkwasser befinden.

6. Kann man das Wasser bedenkenlos trinken/damit kochen? Auch Schwangere, Babys, Tiere?

Ja, das Wasser kann bedenkenlos konsumuniert werden, es besteht keine gesundheitliche Gefährdung für Menschen und Tiere (ausgenommen von Fischen, da diese sehr empfindlich auf Chlor reagieren). Gleiches gilt für die Freisetzung des Chlorgeruchs.

7. Welche Stadtteile Warendorfs sind von der Schutzchlorung betroffen?

Betroffen sind die Stadtteile Warendorf, Freckenhorst, Einen und Müssingen. Der Stadtteil Hoetmar wird von Gelsenwasser und Milte über Sassenberg versorgt.

8. Wird das Wasser derzeit nun häufiger kontrolliert? Wie oft?

Das Wasser wird derzeit täglich kontrolliert. Momentan wird das Wasser an bis zu 13 verschiedenen Messstellen untersucht, um den Auslöser möglichst schnell lokalisieren und beheben zu können.

9. Wohin kann ich mich mit Fragen wenden?

Unter der Rufnummer 02581 63603-400 (Fax: -500) ist unser Kundenservice in der Zeit 07:30 Uhr bis 16:00 Uhr erreichbar. Daneben gibt es die Möglichkeit uns Ihre Fragen via E-Mail zu senden. Dafür nutzen Sie bitte folgende EMailadresse: kundenservice@swwaf.de

Weitere Informationen zu dem Thema finden Sie auch auf der Internetseite des Umweltbundesamtes. Nachfolgend finden Sie zudem eine Liste mit Links zu weiterführenden Informationen.

http://www.umweltbundesamt.de/publikationen/bericht-desbundesministeriums-fuer-gesundheit-des-2

http://www.umweltbundesamt.de/publikationen/rund-um-trinkwasser

Allgemeine Informationen zur Desinfektion des Trinkwassers mit Chlor

1. Was bedeutet Desinfektion?

Desinfektion bedeutet im übertragenen Sinne „Keimfrei machen“. Trinkwasser muss zum Schutz des Verbrauchers frei von Krankheitserregern (Mikroben, Viren, Bakterien) sein. Da dieser geforderte Zustand von Natur aus nicht immer gegeben ist, wird Chlor in geringen Mengen als Desinfektionsmittel verwendet.

Dies geschieht immer in enger Abstimmung mit dem Gesundheitsamt und unter strengster Beachtung der vorgeschriebenen Grenzwerte. Dadurch wird eine einwandfreie Trinkwasserqualität gesichert.

2. Was ist Chlor?

Chlor ist ein lange erprobtes, bewährtes und gemäß Trinkwasserverordnung zugelassenes Desinfektionsmittel. Es hilft, das Trinkwasser sauber und den Menschen gesund zu halten.

3. Warum wird dem aufbereiteten Trinkwasser Chlor zugesetzt?

Nach der Aufbereitung ist das Trinkwasser bakteriologisch einwandfrei. Um diese Qualität bis zu Ihrem Wasserhahn beizubehalten, wird temporär Chlor zugegeben. Dies geschieht in geringen Mengen am Ausgang des Wasserwerkes bzw. an ausgewählten Stellen des Leitungsnetzes.

4. Wann erfolgt eine zusätzliche Chlorzugabe?

Um nach Rohrbrüchen, Reparaturen am Rohrnetz oder anderen abweichenden Betriebszuständen das Trinkwasser vor einer bakteriologischen Verunreinigung zu bewahren, wird bei Erfordernis kurzzeitig an diesen Punkten zusätzlich gechlort. Die Schutzchlorung kann eingestellt werden, wenn das Trinkwasser eine gewisse Zeit keine Auffälligkeiten mehr aufweist.

5. Wie hoch ist der Chlorgehalt am Wasserhahn?

Im Durchschnitt verlässt das Trinkwasser das Wasserwerk mit einem Chlorgehalt von 0,1 Milligramm pro Liter. Diese Werte sind auch für die Chlorzugabe im Netz maßgeblich.

Der gesetzliche Grenzwert liegt bei 0,3 Milligramm freies Chlor pro Liter (Trinkwasserverordnung). Durch die Zugabe von 0,1 mg/l wird eine einwandfreie bakteriologische Qualität des Trinkwassers in Warendorf garantiert. Zur Veranschaulichung des Chlorgehalts: 1.000 Liter Wasser(Inhalt von rund zehn Badewannen) beinhalten einen einzigen Tropfen Chlor.

6. Ist Chlor gesundheitsschädlich?

Nein, in einer geringen Dosierung, wie sie am Ausgang der Wasserwerke oder im Rohrnetz erfolgt, ist Chlor für die Gesundheit vollkommen unbedenklich. In seiner Eigenschaft als Desinfektionsmittel verhindert Chlor eine potentielle Verunreinigung des Trinkwassers mit Krankheitserregern.