BEV-Insolvenz: Stadtwerke Warendorf übernehmen Ersatzversorgung betroffener Kunden

Der Energieversorger Bayerische Energieversorgungsgesellschaft mbH (BEV) hat am 29. Januar 2019 Insolvenz beim Amtsgericht München angemeldet. Das bayrische Unternehmen beliefert 140 Gas- und 350 Stromkunden in Warendorf. Die Stadtwerke Warendorf springen nun mit Ihrer Energietochter, der WEV Warendorfer Energieversorgung GmbH ein und beliefern die betroffenen Kunden nahtlos mit Gas.

„Bei betroffenen Kunden herrscht eine große Unsicherheit darüber, wer zukünftig ihre Versorgung sicherstellt.“ sagt Mike Becker, Leiter des Kundenservice der Stadtwerke Warendorf. Seit bekannt werden der Pleite des bayrischen Energieversorgers, häufen sich Anfragen von BEV-Kunden beim Netzservice und beim Kundenservice der WEV. Dass die Heizung plötzlich kalt bleibt, davor müsse kein Kunde Angst haben, sagt Mike Becker. „Als Grundversorger übernehmen wir kraft Gesetzes für maximal drei Monate die Ersatzversorgung“.

Die Stadtwerke Warendorf GmbH bieten allen betroffen Kunden einen unkomplizierten und schnellen Wechsel an, auch für ihre Stromlieferung. Im Stadtwerke CityShop, Freckenhorsterstr. 3 und in der Hauptverwaltung im Hellegraben 25, können sich Kunden persönlich beraten und sich ein individuelles Angebot unterbreiten lassen.

„Die Insolvenz eines Energieversorgers ist für Kunden immer sehr ärgerlich“, sagt Urs Reitis, Geschäftsführer der Stadtwerke Warendorf. Diese seien häufig auf Lockangebote und unseriöse Geschäftspraktiken zurückzuführen. Ein Geschäftsmodell, auf das nicht wenige Stromdiscounter setzten, weshalb Branchenkenner weitere Insolvenzen befürchten. Daran nicht ganz unschuldig sind auch die zahlreichen Online-Vergleichsportale, die damit werben, immer den günstigsten Strom- oder Gastarif zu bieten. „Online-Vergleichsportale bieten keine echte Transparenz und sind nicht immer verlässlich“, meint Urs Reitis. Das bestätigte auch das Bundeskartellamt, dass Ende vergangenen Jahres 36 Vergleichsportale verglich und dabei erhebliche Mängel feststellte. So haben beispielweise von Anbietern gezahlte Entgelte oder Provisionen Einfluss auf die vom Portal voreingestellte Darstellung der Suchergebnisse oder Boni werden gar nicht erst ausgezahlt. Kunden werden zudem häufig mit Erstjahrespreisen unter dem Marktpreis geködert. Wenn dann im zweiten Jahr die Preise deutlich erhöht werden, schnappt die Kostenfalle zu.

„Wer bei Strom- und Gas ausschließlich den Preis beurteilt, kauft am Ende nicht selten die Katze im Sack“ so Reitis. Deshalb empfehlen die Stadtwerke Warendorf, beim Vergleich von Strom- und Gasanbietern in erster Linie den Grund- und Arbeitspreis zu vergleichen, ohne etwaige versprochene Boni und Rabatte. Seriöse Anbieter geben zudem nicht nur Preiserhöhungen, sondern auch Preissenkungen an ihre Kunden weiter, bieten transparente Vertragsbedingungen und eine professionelle Kundenberatung.

Die Stadtwerke Warendorf haben sich bewusst gegen eine Listung bei Online-Vergleichsportalen entschieden und vertreiben sämtliche Produkte stattdessen lokal über die eigenen Kundencenter, um Kunden gleichzeitig eine individuelle Beratung bieten zu können.